Wirtschaft, Politik und Leben in Nordrhein-Westfalen

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Kann man Schüler über Sexualität informieren, wenn man Kondome bei HIV für unnötig hält?

Düsseldorf – “Damit nicht mehr über uns geredet wird, sondern mit uns” ist das Motto des Netzwerks SCHLAu, dass in Nordrhein-westfalen aktiv ist. Ehrenamtliche Mitarbeiter besuchen Schulen, Jugendzentren und andere Bildungseinrichtungen, um in der Begegnung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen Vorurteile und Klischees in Bezug auf Homo- und Bisexuelle sowie Transgender abbauen zu helfen. Die Vielfalt menschlicher Lebensentwürfe will man den Jugendlichen nahebringen und um Akzeptanz werben. Seit 2008 ist das Projekt Partner der Initiative „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“, das seit 2012 vom NRW-Ministerium für Schule und Weiterbildung gefördert wird.

Einer der Aktiven von SCHLAu hat jetzt im Zusammenhang mit dem öffentlichen Bekenntnis des amerikanischen Schauspielers Charlie Sheen zu seiner HIV-Erkrankung Aussagen auf Facebook veröffentlicht, die die Aufmerksamkeit der FDP-Landtagsfraktion geweckt haben. Der Mann, der Schüler über sexuelle Vielfalt und unterschiedliche Lebensentwürfe informiert, schrieb auf seinem Profil: “Ich habe HIV und würde es wieder tun! Ich habe regelmäßig Sex ohne Kondom Schutz durch Therapie macht es möglich. Menschen mit HIV sind nicht kriminell!” Und in der Diskussion legte er noch einmal nach: “bei Sexdates ist mir Ehrlichkeit ziemlich egal. Bei Schutz durch Therapie ist man sexuell nicht infektiös, also braucht man es auch nicht dem anderen sagen. Ähnlich wie beim Händeschütteln.“

Die FDP-Abgeordneten Susanne Schneider und Ulrich Alda fordern nun in einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung Auskunft darüber, wie man dort diese Aussagen bewertet. Insbesondere interessiert die Politiker, ob durch diese Aussagen die erfolgreiche Aufklärungsarbeit von Aids-Hilfen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, deren erfolgreiche Kampagne “Mach’s mit” seit Jahren für einen verantworteten Umgang mit Sexualität wirbt, als beeinträchtigt eingeschätzt wird.

Foto: Kampagnen-Motiv der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Bildquellen (Titel/Herkunft)

  • machsmit_latex_hoch: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln)

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