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Unfallflucht – ein neues fatales Hobby?

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht befand sich 2014 auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Die Polizei im Land ermittelt jeden Tag in solchen Angelegenheiten. Zuletzt kamen Menschen bei solchen Unfällen zu Tode, ohne dass es die Verursacher interessiert hätte.

Deutschland hat nach der Steuerhinterziehung ein neues Kavaliersdelikt. Und das heißt Fahrerflucht. Die Bandbreite reicht vom umgefahrenen Verkehrsschild über den Kratzer beim Ausparken bis hin zum Unfall mit Personenschaden – in allen Fällen verschwindet der Verursacher vom Unfallort, ohne sich um den Schaden oder die verletzte Person zu kümmern.

Dass beinahe täglich darüber berichtet, kommt nicht von ungefähr. 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen 119.750 Fälle von Fahrerflucht gemeldet, der höchste Wert seit fünf Jahren. Damit bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums einen Bericht der Düsseldorfer Tageszeitung „Rheinischen Post“ vom vergangenen Samstag. Im Vorjahr seien noch 116.362 Fälle gemeldet worden. Hinzu komme eine Dunkelziffer. Nach Auskunft der Landesleitstelle der Polizei vergehe in NRW kein Tag, an dem nicht in mehreren Fällen wegen Unfallflucht ermittelt werden müsse.

Dass es in vielen Fällen nicht mit der angeschlagenen Stoßstange des Vordermannes getan ist, zeigen die jüngsten Entwicklungen. Zuletzt kamen mehrere Personen bei Unfällen mit Fahrerflucht ums Leben – etwa in Xanten oder auf der Autobahn 3 Richtung Arnheim – oder wurden zum Teil schwer verletzt. Interesse seitens der Verursacher? Fehlanzeige.

Das Land appelliert an die Vernunft der Autofahrer, Unfallflucht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern sich der Verantwortung zu stellen. Unfallflucht sei eine Straftat und werde intensiv und akribisch ermittelt, betonte der für Polizeiangelegenheiten zuständige Pressesprecher beim NRW-Innenministerium Wolfgang Beus auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Aufklärungsquote liege im Durchschnitt bei 46 Prozent. In Fällen, in denen Personen zu Schaden kommen, betrage die Quote sogar 66 Prozent. Niemand sollte sich sicher fühlen, dass er mit Fahrerflucht davonkomme.

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  • : © Peter Bates - istockphoto.com

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