Wirtschaft, Politik und Leben in Nordrhein-Westfalen

MENÜ
MENÜ

„Dass Immobilien immer höhere Werte aufweisen, ist längst kein Geheimnis mehr“

In Nordrhein-Westfalen sind wie in ganz Deutschland starke Entwicklungen am Immobilienmarkt zu spüren. Der Kölner Immobilienmakler Ralf Dietrich betont aber, dass es keine Blase gebe. „Wir sehen eine normale Entwicklung.“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Einer aktuellen Studie zufolge beläuft sich das Immobilienvermögen in Deutschland auf 11,2 Billionen Euro, inklusive des Bodenwerts der bebauten Flächen. Etwas mehr als die Hälfte aller Deutschen lebt im Eigenheim – und sie investieren fleißig in Immobilien als Anlageobjekte. Im Jahr 2018 lag Transaktionsvolumen auf dem deutschen Immobilien-Investmentmarkt bei 78,1 Milliarden Euro; und im Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2016 lag das jährliche Transaktionsvolumen bei rund 44 Milliarden Euro, wie das Beratungsunternehmen EY ermittelt hat. Zugleich werden an den meisten Standorten die Immobilien immer teurer, die Mieten auf privater und gewerblicher Seite steigen.

Auch in Nordrhein-Westfalen sind diese Entwicklungen zu spüren. Gerade in Großstädten wie Düsseldorf und Köln sind die Immobilienpreise gestiegen, wie aus dem Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien-Ausschusses (ZIA) hervorgeht: In Düsseldorf haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen um 9,6 Prozent und in Köln um 10,7 Prozent erhöht. Kräftige Wertsteigerungen sind aber auch an anderen Standorten zu beobachten. So stiegen die Kaufpreise für viele Bestandsimmobilien seit 2005 in Bonn um fast 100 Prozent und in Bielefeld immerhin noch um etwas mehr als 50 Prozent.

Und der „Grundstücksmarktbericht 2018“ zeigt, dass es bei unbebauten Grundstücken, Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr zu Preisanstiegen von vier bis zehn Prozent gekommen ist. Für eine „gute Wohnlage“ zahlt man laut dem Bericht in Köln 1550 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Düsseldorf mit 1250 Euro. In Münster findet man Quadratmeterpreise von 720 Euro und Aachen zahlt man 610 Euro.

Immobilien für die Geldanlage

„Dass Immobilien immer höhere Werte aufweisen, ist längst kein Geheimnis mehr. Das liegt an mehreren Parametern. Zum einen sind die Finanzierungsbedingungen historisch günstig, sodass höhere Preise durch niedrige Zinsen und höhere Tilgungen kompensiert werden. Zum anderen suchen die Menschen Immobilien für die Geldanlage, weil die Kapitalmärkte sehr volatil sind und kaum Sicherheit bieten. Und nicht zuletzt suchen auch ausländische Investoren den Zugang nach Deutschland, weil auch sehr hochwertige Immobilien hierzulande noch immer gute Renditen versprechen und bei weitem nicht so teuer sind wie in anderen europäischen Top-Städten“, sagt der Kölner Immobilienmakler Ralf Dietrich von Dietrich + Partner Immobilien (www.dietrich-immobilien.de). Er ist auf die Vermittlung und Verwaltung von Wohn- und Geschäftsimmobilien spezialisiert und berät Vermögensverwalter und andere Profis bei Immobilieninvestments.

Aber: Von einer Blase wolle er nicht sprechen, weder in Düsseldorf oder Köln noch anderswo. „Das wäre völlig übertrieben. Wir sehen eine normale Entwicklung. Wenn die Nachfrage steigt, erhöhen sich natürlich auch die Preise. Warum sollte der Immobilienmarkt da anders funktionieren als andere Branchen? Bestimmte Uhren beispielsweise haben die Preise innerhalb von 20 Jahre auch verdoppelt.“ Er hält Immobilien-Investments deshalb auch weiterhin für ein sinnvolles Instrument. „Kauft ein Privatmann ein Einfamilienhaus und bewohnt dieses selbst, ist das auf der einen Seite eine gute Altersvorsorge. Denn normalerweise sind Finanzierungen so aufgebaut, dass sie mit dem Eintritt in den Ruhestand abgeschlossen wird – mietfreies Wohnen im Eigentum ist dann die positive Folge. Und außerdem erhöht das eigene Haus oder die eigene Wohnung die Lebensqualität enorm.“

Quelle: © Dietrich Immobilien

Höhere Preise lassen sich kompensieren

„Eine Eigentumswohnung beispielsweise in Köln lässt sich immer vermieten, und mit einem gewissen Anteil an Eigenkapital ist die Finanzierung durch die Mieteinnahmen möglich. In der Regel bezahlen sich Mietimmobilien im Laufe der Jahre selbst“, sagt Ralf Dietrich. Er versteht den Makler immer auch als Berater und Begleiter, der solche Opportunitäten möglich macht. Vor allem weist er darauf hin, dass Anleger durchaus versuchen sollten, auch vermeintlich teurere Immobilien zu kaufen. „Ein Haus oder eine Wohnung an einem starken Standort verspricht auf lange Sicht steigende Mieten und eine spannende Wertentwicklung. Auch das gleicht einen höheren Einstiegspreis mehr als aus.“

Ralf Dietrich betont aber auch: „Wer die Chance hat, eine Immobilie mit Substanz und Entwicklungspotenzial zu erwerben, sollte nicht allzu lange zögern. Die Nachfrage ist extrem hoch, und aktuell wird kein Eigentümer mehrere Monate mit einem Interessenten über einen Verkauf diskutieren.“

Bildquellen (Titel/Herkunft)

  • Ralf Dietrich: © Dietrich Immobilien
  • Dorf_2: land nrw

Ähnliche Beiträge