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Nordrhein-Westfalen ist eine „wichtige europäische Einwanderungsregion“

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Düsseldorf – Jeder vierte Einwohner in Nordrhein-Westfalen hat einen Migrationshintergrund. Bei den Kindern von drei bis sechs Jahren sind es sogar 40 Prozent, bei den über 65-Jährigen nur 11,7 Prozent. Das ist das Ergebnis der aktuellen Zuwanderungs- und Integrationsstatistik, die Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) in Düsseldorf vorgestellt hat. Die höchste Zuwanderung hatten Düsseldorf und Hamm (jeweils 34,3 Prozent), die niedrigste der Kreis Coesfeld (13,2 Prozent).

Durch die starke Zuwanderung der vergangenen Jahre ist die Zahl der Ausländer in NRW bis Jahresende 2015 auf 2,27 Millionen angestiegen, eine Steigerung von 200.000 gegenüber dem Vorjahr: „NRW war und ist eine der wichtigsten europäischen Einwanderungsregionen. Das gilt für die Fachkräfte und die Flüchtlinge gleichermaßen“, sagte Schmeltzer.

2015 sind 485.000 Personen aus dem Ausland nach NRW zugewandert, 211.000 verließen das Land wieder. Der Wanderungsgewinn von 274.000 war der höchste seit 1995. Wichtigstes Herkunftsland war 2015 Syrien mit 77.000 Zu- und 5.800 Fortzügen. Die Wanderungsbilanz mit der Türkei war erneut negativ. Knapp 8.300 türkische Staatsangehörige wanderten aus NRW ins Ausland ab, 8.000 wanderten zu.

Positiv äußerte sich Minister Schmeltzer zu den Fortschritten bei Bildung und Erwerbstätigkeit. „Viele Migranten sind hervorragend qualifiziert. Jeder Dritte zwischen 18 und 65 Jahren hat die Fachhochschulreife oder sogar Hochschulreife. Das sind Fachkräfte, die unsere Wirtschaft braucht“, betonte der NRW-Integrationsminister. „Aber es gibt auch überproportional viele ohne Schulabschluss – 13,9 Prozent verglichen mit nur 2,1 Prozent bei den Personen ohne Migrationshintergrund.“

Gut entwickelt hat sich in den vergangenen Jahren die Verankerung auf dem Arbeitsmarkt. Die Erwerbstätigenquote von Migranten ist von 2005 bis 2015 von 53,1 auf 60,8 Prozent angestiegen. Bestätigt wird der Aufwärtstrend durch die Halbierung der Erwerbslosenquote bei den Migranten von rund 19 Prozent 2005 auf 9,2 Prozent 2015. Damit liegt sie aber immer noch doppelt so hoch wie bei den Menschen ohne Migrationshintergrund. Die höchsten Erwerbstätigenquoten haben Migrantinnen und Migranten in den eher ländlich geprägten Regionen. An erster Stelle steht der Kreis Olpe (73,2 Prozent). Am niedrigsten ist sie vor allem in den Städten des Ruhrgebiets.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Veröffentlichung liegt auf Frauen mit Migrationshintergrund. Laut Statistik verfügen 33,9 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund in NRW über die (Fach-)Hochschulreife und damit mehr als bei den Männern (30,8 Prozent). Auf der anderen Seite sind 15,2 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund ohne allgemeinbildenden Abschluss und somit ein etwas größerer Teil als bei den Männern. Groß ist nach wie vor der Abstand zu den Frauen ohne Migrationshintergrund, hier haben nur 1,9 Prozent keinen Abschluss.

„Insgesamt liefert unsere Statistik ein differenziertes Bild“, resümierte Integrationsminister Schmeltzer. „Wir sehen Fortschritte bei Bildung und Arbeit, aber immer noch einen deutlichen Rückstand zu den Menschen ohne Migrationshintergrund. Diesen Schritt für Schritt abzubauen, das ist das Ziel unserer Integrationspolitik in Nordrhein-Westfalen“, betonte Schmeltzer.

Weitere Ergebnisse im Einzelnen:

+ 18,4 Prozent der ausländischen, aber 41,4 Prozent der deutschen Schulabgängerinnen und -abgänger erlangten 2015 die Hochschulreife. Gegenüber 2005 bedeutet dies einen Anstieg um 8,2 Prozentpunkte bei ausländischen Schulabgängerinnen und -abgängern, allerdings war der Anstieg bei der entsprechenden deutschen Gruppe mit 13,6 Prozentpunkten deutlich höher.

+ Die Erwerbstätigenquote der Frauen mit Migrationshintergrund ist mit 53,3 Prozent deutlich niedriger als bei Frauen ohne Migrationshintergrund (70,3 Prozent). Vergleichsweise hohe Erwerbstätigenquoten weisen deutsche Frauen mit Migrationshintergrund (60,2 Prozent) und ausländische Frauen aus EU-Ländern (61,0 Prozent) auf.

Bildquellen (Titel/Herkunft)

  • Duisburg-Marxloh: deutschlandfunk

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