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Ministerin Löhrmann in Yad Vashem: Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen

Düsseldorf – Anlässlich des offiziellen Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust (27. Januar) ist Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) nach Israel gereist. Dort trifft die Ministerin mit Schülerinnen und Schülern aus vier NRW-Schulen sowie einer Studierendengruppe der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) zusammen und wird mit ihnen gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Im Mittelpunkt der Reise stehen der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und die Teilnahme an den dortigen offiziellen Gedenkfeierlichkeiten, in deren Verlauf Ministerin Löhrmann auch einen Kranz niederlegen wird (26. Januar). Neben Jerusalem sind Tel Aviv, Bethlehem und Neve Shalom weitere Stationen dieser Reise im Zeichen der Erinnerungskultur.

„Erinnerungskultur ist hochaktuell und von großer Bedeutung“, unterstrich Ministerin Sylvia Löhrmann zu Beginn der Reise. „Zeiten wie diese, in denen Stimmen wieder lauter werden, die von einer ‚dämlichen Bewältigungspolitik‘ sprechen und eine ‚erinnerungspolitische Wende um 180 Grad‘ fordern, machen deutlich, wie ungemein wichtig es ist, dass wir aus der Vergangenheit für unsere gemeinsame Zukunft lernen. Nur so machen wir uns und unsere Gesellschaft widerstandsfähig für postfaktische und demokratiefeindliche Tendenzen.“ Die vergangenen fünf Jahre reiste Schulministerin Löhrmann zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust nach Polen, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz zu besuchen. In diesem Jahr fährt sie nun erstmals nach Israel. Der Hintergrund ist eine persönliche Einladung von Avner Shalev, dem Vorstandsvorsitzenden der „Staatlichen Gedenkstätte für Holocaust und Heldentum – Yad Vashem“. Ministerin Löhrmann: „Ich fühle mich durch die Einladung aus Yad Vashem sehr geehrt, weil der Besuch dieser Gedenkstätte für mich etwas Besonderes ist. Neben Auschwitz ist Yad Vashem einer der wichtigsten Orte des Gedenkens an die Opfer der unbeschreiblichen Grausamkeiten der Nazi-Diktatur.“ Yad Vashem würdigt mit der Einladung die langjährigen Kooperationsaktivitäten, die Nordrhein-Westfalen mit der staatlichen israelischen Gedenkstätte und der dort ansässigen „International School for Holocaust Studies“ verbinden.

In Jerusalem kommt Ministerin Löhrmann mit Schülerinnen und Schülern aus vier nordrhein-westfälischen Partnerschulen von Yad Vashem zusammen: dem Annette-von-Droste-Hülshoff Gymnasium Münster, der Realschule Sendenhorst, dem Grabbe-Gymnasium Detmold und der Hermann-Leeser-Realschule Dülmen. „Schulpartnerschaften zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel knüpfen wichtige Bande für eine gemeinsame Erinnerungskultur“, erklärte Löhrmann. Außerdem trifft die Ministerin Studierende des Lehramts des Instituts für politische Wissenschaft der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen in Begleitung ihres Dozenten Prof. Dr. Christian Kuchler und legt mit ihnen einen Kranz zum Gedenken nieder. „Erinnerungskultur ist besonders in unsicheren Zeiten ein wichtiger Anker, der uns Halt gibt und Haltung verleiht. Die kritische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen von Diktatur, Krieg und Rassismus ist eine Voraussetzung für den Erhalt von Frieden und Demokratie in der Gegenwart“, betonte Ministerin Löhrmann.

Bei ihrem Besuch in Israel trifft Schulministerin Löhrmann zudem auf israelische und palästinensische Jugendliche: Sie wird sich über das Profil der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem informieren, einer deutschen Auslandsschule mit rund 500 palästinensischen Schülerinnen. Und sie besucht in Jerusalem die „May Rayne Hand in Hand School“, in der Jüdinnen und Juden gemeinsam mit Araberinnen und Arabern lernen. Weitere Programmpunkte sind neben der Teilnahme an den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten und der Besichtigung der Gedenkstätte Yad Vashem mit ihrer „International School for Holocaust Studies“, Führungen durch Jerusalem, Bethlehem und Tel Aviv. Außerdem ist eine Fahrt nach Neve Shalom geplant, einer 1972 gegründeten Dorfkooperative, in der jüdische und palästinensische Bürgerinnen und Bürger Israels miteinander leben.

Ziel der Erinnerungskultur in den Schulen Nordrhein-Westfalens ist die Stärkung der Demokratie- und Friedenserziehung sowie die Extremismusprävention. Schülerinnen und Schüler sollen ermutigt werden, verantwortungsvoll und aktiv zu einer gewaltfreien und demokratischen Gesellschaft beizutragen. Schulministerin Sylvia Löhrmann ist die Förderung der Erinnerungskultur und der historisch-politischen Bildung ein wichtiges Anliegen. Sie hob hervor: „Erinnerungskultur stärkt den demokratischen Geist durch Begegnung: Begegnung mit besonderen Personen und mit besonderen Orten. Der große Wert von Erinnerungskultur liegt für jeden Menschen darin, Distanzen zur eigenen Geschichte überbrücken und durch die Eindringlichkeit des Moments erkennen zu können, dass sich menschliche Abgründe wie der Holocaust niemals wieder auftun dürfen.“

Bildquellen (Titel/Herkunft)

  • Yad Vashen_Israel: eyeshivaworld

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