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Die kleine Bühne in Düsseldorf, wo man mit einem Lächeln nach Hause geht

von KLAUS KELLE

Wenn Christian Lumm von den Gründertagen des Theater Takelgarn in Düsseldorf spricht, dann leuchten seine Augen. 38 Jahre ist es bald her, dass Helge Neuber, im Hauptberuf für eine Versicherung tätig, seine eigene Wohnung in der Philipp-Reis-Str. 10 zum Theater umwandelte. Bis 17.30 Uhr saß er am Schreibtisch, ab 18 Uhr in seinem Figurentheater mit 63 Sitzplätzen ein wahrlich gemütlicher Ort. 15 bis 25 Aufführungen im Monat gab und gibt es bis heute, doch hat sich die Angebotspalette deutlich erweitert. Aus dem Kinder- und Figurentheater ist ein Kleinod geworden, in dem Kabarett und Comedy ebenso ein Zuhause haben wie Zauberei, Hypnoseshows und Lesungen.

Das Takelgarn ist ein echter Geheimtipp in der pulsierenden Landeshauptstadt, die ohnehin reich an vielfältiger Kultur und Kunst ist. Und dennoch behauptet sich die kleine Bühne seit fast vier Jahrzehnten. „Wenn das Geld knapp war, und es war oft knapp, dann hat Helge einfach weniger gegessen und stattdessen eine neue Theaterlampe gkauft“, erzählt Lumm von den Anfängen. Und schwärmt weiter: „Wir sind die bunteste Bühne, die es weit und breit gibt.“ Er wisse um das vielfältige Kulturangebot in Düsseldorf, aber „das Schwere obliegt dem Schauspielhaus“. „Die Leute kommen mit einem Lächeln hier rein, und sie gehen auch mit einem Lächeln wieder raus“, beschreibt Lumm die Philosophie, die den Zauber des kleinen Theaters zum Ausdruck bringt.

Das kleine Team will sich nicht auf dem Bewährten ausruhen, sondern „das Theater sanieren, ohne es zu streichen“. Das Publikum verändere sich schließlich auch. Die ältere Generation geht nach einer Aufführung schnell nach Hause, die neue Generation möchte bleiben, ein Altbier trinken und über das Erlebte nachdenken.

Im August vergangenen Jahres betraten die Macher Neuland. Im August bauten sie eine offene Bühne auf der Philipp-Reis-Straße auf. Es wurde ein Grill aufgebaut, es gab Altbier vom Fass und die Nachbarn lehnten sich aus ihren Wohnungsfenstern, um eine einzigartige Atmosphäre von Nachbarschaft und Gemeinschaft zu erleben. 70 Leute drängten sich vor der Bühne, mehr Platz war nicht. „Es war Bordsteintheater wie in den 80er Jahren“. schwärmt Lumm, „keine seelenlose Großstadt, sondern Fenster auf und die Nachbarn in den Arm nehmen“.

Mehr Informationen über Programm und Vorverkauf finden Sie unter www.takelgarn.de .

Bildquellen (Titel/Herkunft)

  • Takelgarn_Theater: takelgarn

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